20.10.2004 PERSONALDEBATTE IN DER CDU EBBT AB
Nach Friedrich Merz´ Ankündigung, sich von seinen Ämtern zurückzuziehen und den darauffolgenden Querelen und Intrigenvorwürfen scheint die Führungsspitze der CDU sowie der Bundestagsfraktion von CDU und CSU, insbesondere Angela Merkel, langsam wieder zur Ruhe zu finden.
Die Nachfolge für Merz ist geklärt: Ronald Pofalla und Michael Meister werden ihn beerben, wie die CDU-Chefin am Montag dem geschäftsführenden Fraktionsvorstand mitteilte. Pofalla ist derzeit Justiziar der Unionsfraktion, Meister finanzpolitischer Sprecher.
Politische Beobachter innerhalb wie jenseits der CDU sehen Merkel nunmehr gestärkt: die Schäuble-Absage habe ihr keinen Schaden zugefügt; vielmehr bleibe er an exponierter Stelle als ausgewiesener Fachmann präsent und sei gegenüber seinem potentiellen Thronfolger Friedbert Pflüger die bessere Wahl als außenpolitischer Sprecher. Pflüger sei zwar sympathisch, aber kein "Beißer", der Schröder und Fischer Paroli bieten könne.
Ferner sahen sich die Länderchefs und weitere einflussreiche Parteifunktionäre der CDU/CSU genötigt, aufgrund der Gerüchte über mögliche Intrigen gegen die CDU-Vorsitzende Merkel den Rücken zu stärken und ihr ihre Unterstützung auszusprechen. Auch dies dürfte die Situation vorläufig befriedet und die Reihen geschlossen haben.
Nichtsdestotrotz ist es kein Geheimnis, dass die eigentliche Schlacht um die Geschlossenheit insbesondere zwischen den Schwesterparteien erst mit dem Ausgang der schwelenden Debatte um die künftige Richtung in der Gesundheitspolitik geschlagen wird: an Stoiber und Seehofer hatte sich auch Merz bereits gerieben und schließlich entnervt aufgegeben.
Von Boris Strauch
Verfasst von Team JuReport
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