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20.04.2005
DAS SCHMUTZIGE GESCHäFT MIT EINTRITTSKARTEN IN DEUTSCHLAND UND GROßBRITANNIEN

Laut einer Meldung von SPIEGEL ONLINE vom gestrigen Dienstag, 19. April 2005, werden in Deutschland die Wettbewerbshüter zunehmend nervös was den Schwarzhandel mit Sport- und Eventtickets betrifft. Danach müssen beim Online-Auktionshaus eBay schon mal EUR 705 für zwei U2-Karten für den Innenraum des Münchener Olympiastadions berappt werden. Zwei Tickets für die Gegentribüne beim Bundesligaknaller VfB Stuttgart gg. FC Bayern München am letzten Spieltag gehen schon mal für EUR 221 weg. Unfair! – sagen die Veranstalter, wollen sie doch Tickets zu fairen Preisen anbieten.



Da gebe es eBay-Größen, die sich selbst guter Kontakte zu Sport- und Konzertveranstaltern rühmen, in der Artikelbeschreibung heucheln, das Spiel oder Konzert sei „restlos ausverkauft“ oder gar Handlanger zum Anstehen losschicken, um die Kontingentierungen zu umgehen. Fazit: Die Lage auf dem Schwarzmarkt für Eintrittskarten wird immer prekärer – nicht zuletzt durch die Existenz des berühmten Internet-Auktionshauses aus Dreilinden bei Potsdam. Die Gefahr bestehe zudem darin, dass vielfach gefälschte Tickets im Umlauf sind, oft seien sie von den Originalen erst am Einlass unter Zuhilfenahme elektronischer Scanner zu unterscheiden.

Wen verwundert es da, welchen Aufwand der DFB als Veranstalter der Fußball-WM 2006 betreibt? Um ein Ticket zu bestellen, müssen Name, Anschrift und Personalausweis bzw. Reisepassnummer im Internet hinterlegt werden. Abgesehen von der bedenklichen Datenschutzkomponente ist es außer in krassen Ausnahmefällen (z. B. Tod) momentan noch nicht möglich, eine Karte weiterzuverkaufen und den neuen Eigentümer in die Lage zu versetzen, nicht am Stadiontor wegen mangelnder Übereinstimmung mit dem eigenen Pass/Ausweis abgewiesen zu werden. Die Ticket Agents und das Organisationskomitee verhandeln noch darüber, denn wer weiß schon, ob er am betreffenden Tag in ca. 1 ½ Jahren wirklich Zeit hat. Wer allerdings länger zuwartet, hat wohl keine Chance mehr, denn für die rd. 812.000 verkäuflichen Tickets haben sich im ersten Auswahlverfahren über 10 Mio. Bewerber gemeldet, sie werden Ende des Monats über Glück oder Unglück informiert.

Warum der ganze Aufwand? Die offizielle Begründung des Organisationskomitees lautet, man möchte gern wissen, wer genau im Stadion ist, um Sicherheit zu gewährleisten. Ein nicht zu verachtender Nebeneffekt ist aber der, selbst den Preis der Tickets bestimmen zu können. Und der ist ohnehin hoch genug, kostet die beste Karte fürs Finale schon mal EUR 600, nicht auszudenken, was der Schwarzmarkt aus diesem Preis macht. Das Organisationskomitee befindet sich somit in einer Zwickmühle. Behält es die aktuelle Politik des Wiederverkaufsverbots bei, kann es passieren, das Stadionplätze frei bleiben, das will man wohl unter keinen Umständen. Lockert man das System, werden die Tickets dank eBay & Co. unbezahlbar.

Eine Sackgasse? Nicht wirklich! Warum, so fragen sich Jahr für Jahr viele deutsche Fußballfans, die zu Auswärts-Europapokalspielen ihrer Teams reisen, gab es etwa auf der britischen eBay-Seite nicht ein einziges Tickets für FC Arsenal gg. FC Bayern München zu kaufen, wo der Markt auf der deutschen Seite für das Heimspiel der Bayern zeitweise 7 Seiten füllte. Der Fan gewann z. T. den Eindruck, das gesamte Kontingent werde bei eBay verkauft. Ein Blick in die AGB bei eBay.co.uk verrät die Lösung: Der Verkauf von Fußballtickets ist untersagt, es sei denn es handelt sich beim Verkäufer um einen offiziellen Ticket Agent. Nach den gewaltsamen Ausschreitungen englischer Hooligans Mitte der 90er Jahre wollten die Macher in Westminster der Schwäche der Strafverfolgungsbehörden endgültig abhelfen und haben eine Reihe von Vorschriften erlassen, die den Verkauf von Tickets reglementieren. So wurden neue Vorschriften im Enterprise Act 2002, in den Resale of Tickets Regulations 1994 und in zahlreichen anderen Gesetzen erlassen, die den Schwarzhandel unterbinden sollen. Leider führte das dazu, dass Tickets für die englische Premiership auf dem normalen Weg nahezu gar nicht mehr zu bekommen sind, haben doch viele Klubs die verschärfte Gesetzeslage ausgenutzt und ein abgestuftes Mitgliedschaftssystem entwickelt. Konsequenz: Nur wer den Verein dauerhaft finanziell unterstützt, bekommt Tickets.

Ist das die Lösung für Deutschland? Vielleicht! Gelingt es dem Gesetzgeber, ein Modell ähnlich dem englischen zu finden und es an den liberalen deutschen Markt anzupassen, dürfte das die Lösung des Problems sein. Davon ist bei der derzeitigen Regulierungswut der Deutschen indes nicht auszugehen. Die aktuelle Berichterstattung zur Verhandlung des BVerfGs in Sachen „Europäischer Haftbefehl“ zeigt erschreckend, wie wenig sorgfältig vorbereitet Gesetzesvorhaben in Deutschland ins Plenum gelangen, sei es auch „nur“, um europäische Vorgaben umzusetzen.

Überdies: Der Ticketverkauf für die WM 2006 hat längst begonnen, den Fußballfans wird es daher nichts mehr nützen.

Von Kai Bonitz

Verfasst von Team JuReport
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